







Die Skulptur hat die Maße 2,3 x 5,15 x 3,7 Meter und wurde in viermonatiger Arbeit von mehr als 20 Kunsthandwerkern der Kunstgießerei Strassacker in Süßen (Baden-Württemberg) fertig gestellt. Sie steht leicht – wie zum Torschuss bereit - angewinkelt. Die Ferse ist etwa 1,8 Meter vom Erdboden entfernt, so dass die Skulptur eine Höhe von insgesamt rund 5,3 Metern erreicht. Auf der Oberseite schließt der Fuß mit einer gravierten Signatur Uwe Seelers ab. Vor der Skulptur weist eine bronzene Plakette auf Idee, Stifter und Schöpfer hin. Der „XXL-Fuß“ ist Zentrum des „Walk of Fame“, in dem nach und nach die Fuß- und Handabgüsse besonders verdienter HSV-Akteure verewigt werden.
In nur vier Monaten stellten die Fachleute der Kunstgießerei Strassacker im schwäbischen Ort Süssen den mehr als fünf Meter langen und hohen Fuß fertig. Edith Strassacker, Geschäftsführerin der Kunstgießerei, blickt zurück: „Die letzten Monate waren für uns natürlich die heißeste Phase. Die Zeit davor stellte jedoch die eigentlichen Weichen. Mit ihrem ersten Besuch in der Kunstgießerei vor rund zehn Jahren präsentierte Brigitte Schmitges uns erstmalig ihre Idee, die ‚Fußwerkzeuge’ verdienter Kicker in Bronze zu verewigen. Wir waren sofort begeistert.“ Mit dem Gedanken herausragende Spieler zu ehren, entstanden mit der Zeit bronzene Abgüsse vieler berühmter Füße in Originalgröße – darunter legendäre Füße diverser Weltfußballer, wie Franz Beckenbauer, Wolfgang Overath und eben auch der torgefährliche Fuß von Uwe Seeler. Bereits 1998 goss Strassacker den Fuß des Hamburger Ehrenbürgers in Bronze – vorerst in Originalgröße. Doch das Projekt „Bronze-Fuß“ war im wahrsten Sinne des Wortes zu Größerem bestimmt. Mit der Unterstützung des fußballbegeisterten Andreas Maske, Geschäftsführender Gesellschafter der Maske Fleet GmbH aus Hamburg, konnte die von Brigitte Schmitges lang gereifte Idee endlich realisiert werden: Eine XXL-Version des Uwe Seeler-Fußes in Bronze!
Mit dem Patinieren trat der XXL-Fuß dann die letzten Arbeitsschritte in Richtung Vollendung an. Beim Patinieren kommen die Patineure dem natürlichen Vorgang der Oxidation zuvor. Das bedeutet, dass sich die Bronze je nach äußerem Einfluss im Laufe der Zeit verändert. Mit einem speziellen Patinabad und Patinierlösungen nach altüberlieferten Geheimrezepturen kann der Patineur besondere Farbeffekte und Schattierungen erzielen.
Zusätzlich mit besonderem Lack auf der Patina geschützt, konnte der Bronzefuß seinen schwierigen und organisatorisch aufwändigen Transport in den hohen Norden antreten. Dabei hätte Uwe Seeler seinen Fuß am liebsten schon bei der Endabnahme Anfang August von Süssen aus selbst mit nach Hamburg genommen: aber diesen Ausmaßen und dem Gewicht hielten weder Kofferraum noch Wagendach stand. Am 17. August startete der professionelle Transport per Tieflader in Richtung Hamburg. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 80 Kilometer pro Stunde erreichte der LKW nach einem Zwischenstopp in Kassel sein Ziel. „Einen so auffälligen Fuß sieht man nicht alle Tage. Überall folgten uns neugierige Blicke, die Leute blieben stehen“, berichtet Thomas Mothes, Fahrer des Schwertransportes in die Hansestadt.
Beim Eintreffen in Hamburg war alles bestens auf diesen Sondertransport vorbereitet: Die Polizei hatte einige Strassen vorsorglich gesperrt. Auch hier gab es großes Staunen über den erfolgreichen Stürmerfuß des Hamburger Ehrenbürgers. Viele Fans waren schon früh unterwegs, um den Fuß zum Stadion zu begleiten. Fundament und Edelstahlträger waren bereits langfristig für die Nordost-Ecke vor dem Stadion geplant, vor Ort gegossen und aufgebaut, so dass die Monteure aus dem Hause Strassacker sofort mit der Endmontage beginnen konnten. Ein Autokran wuchtete die Skulptur auf die vorbereiteten Edelstahlträger. Mit einem speziellen Schnellbinder befestigten die Monteure den schwergewichtigen Bronzefuß. „Der Schnellbinder benötigt rund sechs Stunden, um ganz auszuhärten. Deshalb sicherten wir die Ferse über Nacht noch zusätzlich mit einer Stützvorrichtung ab“, erklärt Monteur Volker Nagel. In endgültiger Position sieht der Betrachter den Fußballerfuß jetzt so, als würde er auf dem Zehenballen stehen. Die nach oben gerichtete Ferse schwebt 1,80 Meter über dem Boden.
Mit der Endmontage des Bronzefußes schließt sich für die Fachleute der Kunstgießerei Strassacker der Kreis um ein ganz außergewöhnliches Projekt des Kunstgusses. Auch mit Hilfe modernster Technik bleibt der Kunstguss wie seit Jahrtausenden ein Handwerk, bei dem das menschliche Können letztendlich der entscheidende Faktor für Qualität und Erfolg ist. Diese Kombination aus Hightech und traditionellem Kunsthandwerk schätzen die renommierten Künstler, die ihre Arbeiten in Süssen gießen lassen, wie beispielsweise der berühmte österreichische Maler und Bildhauer Prof. Ernst Fuchs. Seit vielen Jahren entstehen im Hause Strassacker beispielsweise auch die traditionsreichen Bambis für nationale und internationale Mediengrößen. Vom zierlichen Rehkitz bis hin zum tonnenschweren Fußballerfuß ist das Leistungsspektrum der Kunstgießerei groß und die Dimension immer unterschiedlich. Davon können sich die Besucher der Hamburger HSH Nordbank Arena nun „am Fuße des Fußes“ selbst überzeugen.